RekrutierungAushebung

Rekrutierung Schweizer Armee: Was an den 2–3 Tagen wirklich passiert

Medizin-Parcours, Psychologie, Fitnesstest, Tauglichkeitsentscheid und Funktionszuteilung: der komplette Ablauf der Rekrutierungstage — und wie du dich vorbereitest.

Armeekompass RedaktionPubliziert am 17. Juli 2026Aktualisiert am 19. Juli 20262 Min. Lesezeit

Die Rekrutierung dauert zwei bis drei Tage in einem der sechs Rekrutierungszentren der Schweiz und findet 3 bis 12 Monate vor der RS statt. An Tag 1 durchläufst du Medizin-, Psychologie- und Fitnesstest, an Tag 2 fallen die zwei Entscheide, die deinen Militärdienst prägen: Tauglichkeit und Funktionszuteilung. So läuft es ab — und so holst du das Beste heraus.

Vorher: Der Orientierungstag

Bereits im 18. Lebensjahr lädt dich das Kreiskommando deines Wohnkantons zum Orientierungstag ein — für Schweizer Männer obligatorisch, für Frauen freiwillig. Er ist eine reine Informationsveranstaltung: Dienstpflicht, Modelle, Möglichkeiten. Die eigentlichen Tests kommen erst an der Rekrutierung.

Tag 1: Drei Stationen

1. Medizinische Untersuchung

Ein Parcours von fünf Posten: Körpermasse, Sehtest, Hörtest, EKG und ärztliche Untersuchung (armee.ch — Medizinische Tests). Die medizinische Einstufung ist die Grundlage des Tauglichkeitsentscheids — sei ehrlich bei den Fragebögen, aber dramatisiere alte Bagatellen nicht.

2. Psychologische Abklärung

Tests am Computer und je nach Profil ein Gespräch: kognitive Fähigkeiten, Persönlichkeit, Belastbarkeit. Hier gibt es nichts zu „lernen" — ausgeschlafen und konzentriert erscheinen ist die beste Vorbereitung.

3. Fitnesstest der Armee (FTA)

Fünf Disziplinen, je 1–25 Punkte, maximal 125: Standweitsprung, Medizinballstoss, Einbeinstand, Rumpfkrafttest und progressiver Ausdauerlauf. Dein Punktetotal entscheidet mit, welche Funktionen dir offenstehen — jede Funktion hat eine Mindestpunktzahl. Alle Disziplinen, Punktetabellen und Trainingstipps: FTA-Guide.

Tag 2: Die zwei Entscheide

Tauglichkeitsentscheid

Drei mögliche Ausgänge:

  • Militärdiensttauglich — du gehst in die RS
  • Schutzdiensttauglich — Einteilung in den Zivilschutz
  • Untauglich — keine Dienstleistung; stattdessen fällt die Wehrpflichtersatzabgabe an

Funktionszuteilung

Auf Basis von Medizin, Psychologie, Fitnesspunkten und deinen Wünschen wird deine Funktion festgelegt — vom Panzergrenadier bis zum Sanitätssoldaten. Hier zahlt sich Vorbereitung am meisten aus: Wer mit einem klaren, begründeten Wunsch (plus Plan B) ins Gespräch geht, hat deutlich bessere Karten. Alle 125 offiziellen Funktionen mit Anforderungen findest du im kostenlosen Funktionsfinder.

Auch das Dienstmodell — klassisches WK-Modell oder Durchdiener — wird an der Rekrutierung festgelegt: Durchdiener oder WK-Modell?

Das musst du mitbringen

Gemäss armee.ch:

  • Marschbefehl (gilt als Fahrausweis für den ÖV) und persönlicher Ausweis
  • Brillen-/Kontaktlinsenrezept, nicht älter als 12 Monate
  • Impfausweis, private Notfalladresse, Kontakt deiner Ärztin/deines Arztes
  • Sportausrüstung für drinnen und draussen, Hausschuhe
  • Übernachtungssachen, Wechselkleider, Toilettenartikel, Badetuch
  • Trinkflasche und etwas Bargeld für Kiosk und Automaten

Massgebend ist dein persönliches Aufgebot — prüfe es auf abweichende Weisungen.

So holst du das Beste heraus

  1. Trainiere den FTA 2–3 Monate im Voraus — die Punkte sind dein stärkster Hebel bei der Funktionszuteilung. Tracke deine Leistungen im Armeekompass-Rechner.
  2. Kenne deine Wunschfunktion(en) — Erstwunsch plus zwei Alternativen, mit Begründung.
  3. Schlaf und Ernährung — Psychotests und Sporttest am selben Tag bestrafen eine kurze Nacht doppelt.
  4. Aktuelles Brillenrezept besorgen — der häufigste vergessene Punkt auf der Liste.

Wie es nach der Rekrutierung weitergeht — Fristen, Aufgebot, Packliste — steht in der RS-Vorbereitungs-Timeline.

Quellen: armee.ch — Rekrutierungstage, armee.ch — Medizinische Tests, armee.ch — Orientierungstag, SRF — So läuft die Rekrutierung ab

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Rekrutierung?

Zwei bis drei Tage, in einem der sechs Rekrutierungszentren der Schweiz. Sie findet drei bis zwölf Monate vor deinem RS-Start statt — den Termin und das Zentrum bestimmt dein Wohnkanton.

Was muss ich an die Rekrutierung mitbringen?

Laut armee.ch unter anderem: Marschbefehl (gilt als ÖV-Fahrausweis), persönlicher Ausweis, Brillen- oder Kontaktlinsenrezept (nicht älter als 12 Monate), Impfausweis, Notfalladresse und Arztkontakt, Sportausrüstung für drinnen und draussen, Übernachtungssachen, Toilettenartikel, Badetuch, Trinkflasche und etwas Bargeld.

Was passiert, wenn ich nicht militärdiensttauglich bin?

Dann wirst du entweder als schutzdiensttauglich eingeteilt (Zivilschutz) oder als untauglich entlassen. Wer weder Militär- noch Schutzdienst leistet, zahlt stattdessen die Wehrpflichtersatzabgabe.

Kann ich meine Wunschfunktion an der Rekrutierung beeinflussen?

Ja, deutlich mehr als viele denken. Drei Hebel: ein gutes Fitnesstest-Resultat (jede Funktion hat eine Mindestpunktzahl), ein klar begründeter Funktionswunsch im Zuteilungsgespräch, und realistische Alternativen, falls die Erstwahl voll ist. Wer die 125 Funktionen vorher kennt, argumentiert statt zugeteilt zu werden.

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